Danny Lehmler löst ihren eigenen Nachfolger ab

Langjährige Trainerin übernimmt bei den Bannberscheider Handball-Frauen nach der Trennung von Achim Schenk wieder Verantwortung.

BANNBERSCHEID. Das Ende kommt unverhofft, weil sehr früh in der Saison, dafür ist die neue Lösung umso naheliegender: Der TuS Bannberscheid hat den Limburger Achim Schenk nach nicht einmal einem halben Jahr als Trainer der Frauen-Mannschaft von seinen Aufgaben entbunden. Nachfolgerin wird Danny Lehmler, ehemalige Spielerin, langjährige Trainerin und Schenks Vorgängerin, die sich am Ende der abgelaufenen Runde in der Rheinlandliga für eine Auszeit entschieden hatte. „Menschlich gab es keinerlei Probleme mit Achim Schenk, daran lag es nicht“, sagt Judy Klima, Spielerin in der Rheinlandliga-Mannschaft und zugleich Vorsitzende des TuS 07. „Vielmehr waren wir von der handballerischen Seite nicht mehr zufrieden. Da hat es einfach nicht gepasst.“

Die Trennung sei auf Betreiben des Vereins erfolgt, sagt Klima, betont aber, dass es ein gutes Gespräch gegeben habe. „Nach den schlechten Leistungen der vergangenen Wochen mussten wir reagieren“, sagt die Vorsitzende. „Wir haben uns sportlich in die falsche Richtung entwickelt.“ In der Tabelle liegen die Bannberscheiderinnen, immerhin Vizemeister der Vorsaison, nach sechs Siegen und bereits vier Niederlagen auf dem vierten Platz. „Achim ist immer sehr nett mit uns umgegangen, war sehr ruhig in seiner Art“, blickt Klima zurück. „Vielleicht etwas zu ruhig.“ Den Schlendrian, der sich in den vergangenen Monaten eingeschlichen habe, soll nun Danny Lehmler bekämpfen. „Von ihr sind wir als Mannschaft einfach eine härtere Gangart gewöhnt“, sagt Klima, die sich eine Leistungssteigerung erhofft. „Für uns ist es ein Glückstreffer, dass sie zugesagt hat.“

Denn eigentlich wollte Lehmler nach Jahren im Zeichen des Handballs sportlich etwas kürzer treten. „Sie war selbst ein paar Mal in der Halle und hat gesehen, was bei uns los ist“, sagt Klima. „Als ich sie angerufen habe, hat sie schnell die Bereitschaft gezeigt, uns weiterzuhelfen.“ Und dabei geht es nicht nur um die laufende Saison. Klima: „Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, dann ist es durchaus möglich, dass Danny Lehmler auch über das Saisonende hinaus weitermacht.“ Für Achim Schenk ist das Kapitel Bannberscheid abgehakt und unter der Kategorie Erfahrung verbucht. „Das Betriebsklima war in Ordnung“, sagt der Limburger, der auch schon beim TuS Holzheim in der Verantwortung stand. „Man hat mir gesagt, dass sich die Mannschaft mehr Ideen von mir erhofft hatte. Das muss ich so akzeptieren.“ Das Problem aus Sicht des Limburgers: Der Kader sei sehr klein, die Trainingsbeteiligung nicht immer gut genug gewesen, um Spielvarianten einzustudieren. „Hätte ich gewusst, dass mir nur so wenige Spielerinnen zur Verfügung stehen, hätte ich den Job wahrscheinlich nicht angenommen.“ Dieses Problem wird seine Nachfolgerin nicht haben. Danny Lehmler kennt Vorzüge und Schwächen des Rheinlandligisten aus dem Effeff. An Letzteren gilt es in den kommenden Wochen zu arbeiten, damit sich Bannberscheids Handballerinnen wieder in die Spitzengruppe der höchsten Verbandsklasse vorarbeiten können. (WZ v. 05.01.13; Marco Rosbach)