
Die Landesliga-Team der HSG Bad Ems/Bannberscheid; hinten (v.l.n.r.): Marco Krätz, Gerson Eckhardt, Kai Wallroth, Daniel Gramig, Jannik Scheid und Trainer Kai Florschütz; vorne (v.l.n.r.): Dario Lehmler, Timo Steigerwald, Alexander Hering, Michael Hehl und Betreuerin Julia Florschütz. Außerdem im Team: Christian Hehl, Tom Bader, Udo Hemmerich, René Freisberg, Daniel Weldert und Matthias Berges.
Sehr unglückliche Niederlage beim Ligaprimus – Ausgleich 10 Sekunden vor Schluss reicht nicht zum verdienten Punktgewinn – Mit einer unglücklichen 26:27 (16:16)-Niederlage gegen den Tabellenführer HSV Rhein-Nette II kehrten die Landesliga-Handballer der HSG Bad Ems/Bannberscheid aus Plaidt zurück.
Von Beginn an konnte die Truppe von HSG-Trainer Kai Florschütz im Angriff durch konsequent vorgetragene und über den Kreis souverän abgeschlossene Angriffe Tore erzielen. Lediglich in der Abwehr hatte man zu oft das Nachsehen in Eins-gegen-Eins-Situationen. So entwickelte sich über 2:1 (3.), 4:3 (7.) und 6:5 (11.) aus Sicht der Gäste ein munteres Spiel, in dem sich die Kombinierten aus dem Westerwald und von der Lahn bereits ab der 8. Minute einer Manndeckung gegen Dario Lehmler gegenüber sahen. Die dadurch entstandenen Räume wurden in dieser Phase aber effektiv genutzt: Max Wolf aus dem Rückraum zeigte sich ebenso erfolgreich wie Alexander Hering auf Linksaußen, und beim Stand von 8:6 (14.) lag man erstmals mit zwei Treffern in dieser Partie vorne.
Die Gastgeber nahmen ihre Auszeit, fanden danach nun etwas besser ins Spiel und gingen ihrerseits mit 10:9 (20.) in Führung. Doch davon ließen sich die Gäste ebenso wenig beeindrucken, wie von der von der Seitenlinie der nervösen Gastgeber ins Spiel gebrachten Hektik. Mit dem 14:13 (25.) wurde das Ergebnis wieder gedreht, ehe Jannik Scheid durch seinen sehenswerten Treffer ins lange Eck den alten Zwei-Tore-Abstand (15:13, 26.) wieder herstellte. Dass es anschließend aus HSG-Sicht nur mit einem 16:16 in die Kabinen ging, war der zum Schluss des ersten Durchgangs nachlassenden Chancenverwertung geschuldet.
Die zweite Hälfte sollte es dann nochmals in sich haben. Über 17:17 (33.) und 18:18 (36.) verlief der Beginn sehr ausgeglichen. Dennoch zeichnete sich langsam ab, dass beide Abwehrreihen zunehmend dominierender wurden. Hinzu kam auf der Seite der HSG der in dieser Phase fast unüberwindbare Routinier Birk Utermark im Tor, der neben einem Strafwurf auch drei freie Würfe der Gastgeber in Serie entschärfte. Die zweite Halbzeit entwickelte sich somit zu einem wahren Abnutzungskampf, in dem die HSV Rhein-Nette II beim Stand von 21:19 (44.) und 22:20 (48.) nun jeweils zwei Treffer vorlegen konnte. Doch abschütteln ließen sich die Gäste in dieser Phase nicht und hatten mehrfach die Chance zum Ausgleich, aber sowohl bei Tom Baders Siebenmeter, als auch bei Timo Steigerwalds Tempogegenstoß rettete das Aluminium für die längst geschlagenen HSV-Torhüter.
So sollte die Entscheidung in dieser Begegnung erst in der Schlussminute fallen, als die Kombinierten aus Andernach und Plaidt beim Stand von 26:25 (60., nach einem langen Angriff ohne passives Vorwarnzeichen) 30 Sekunden vor Schluss ihre letzte Auszeit nahmen. Kai Florschütz, der für den verletzt ausgeschiedenen Utermark nun zwischen den Pfosten stand, konnte danach aber den Schlagwurf eines HSV-Spielers entschärfen und fand mit seinem langen Pass den nach vorne geeilten Kai Wallroth, der gewohnt kaltschnäuzig seinen neunten Treffer in dieser Partie erzielte und damit 10 Sekunden vor dem Ende den hochverdienten 26:26-Ausgleich markierte. HSV-Akteur Jan Stitz, mit 11 Toren bester Werfer der Partie, nutzte jedoch die verbleibenden Sekunden noch einmal dafür, um sich in Wurfposition zu bringen und den 27:26-Siegtreffer für sein Team zu erzielen. Dass er dabei sichtlich mehr als die zulässigen drei Schritte machte, war dem ansonsten gut leitenden Schiedsrichter leider entgangen. So fand die Partie, in der ein Unentschieden mehr als gerecht gewesen wäre, in der HSV Rhein-Nette II einen glücklichen Sieger.
Trainer Kai Florschütz: „Wir haben uns heute nur wenig vorzuwerfen. Im Auswärtsspiel beim Tabellenführer waren wir nicht nur ein unangenehmer Gegner, sondern hatten die Gastgeber über weite Strecken der Partie sehr nah am Punktverlust. Dass es am Ende leider nicht zu Zählbarem reichte, war einfach Pech. Die heutige Leistung sollte uns Selbstvertrauen geben, den so dringend benötigten Sieg in einem der letzten drei Spiele einzufahren. Die nächste Chance dazu bietet sich uns am 22. April, wenn sich der mit Rhein-Nette punktgleiche Tabellenzweite, die HSG Sinzig/Remagen/Ahrweiler, in Bad Ems vorstellt.“ (dl/rh)
HSG Bad Ems/Bannberscheid III: Birk Utermark, Kai Florschütz – Michael Hehl (1), Timo Steigerwald, Tom Bader (3), Christian Hehl, Gerson Eckhardt, Max Wolf (4), Rene Freisberg (1), Dario Lehmler (4/1), Alexander Hering (2) Kai Wallroth (9/3) und Jannik Scheid (2). – Siebenmeter: 8/7:7/4 – Zeitstrafen: 5:4.










