Verbandsweit melden 29 Jugendteams weniger als 2013/2014. KOBLENZ. Die Handballer stehen in den Startlöchern: Mitte September beginnt die Saison 2014/2015. Im Gebiet des Handball-Verbandes Rheinland (HVR) nehmen 391 Mannschaften diese in Angriff. In der Summe sind das 15 Teams weniger als im Vorjahr.
Während die Unterschiede bei den Senioren nur minimal ausfallen, bereitet einem der Nachwuchs noch einige Sorgen. 247 Jugendmannschaften nehmen verbandsweit von der A- bis zur E-Jugend am Spielbetrieb teil, das sind 29 weniger als in der vergangenen Saison. „Wir befinden uns in einem demografischen Wandel“, nennt der HVR-Verbands-Präsident Peter-Josef Schmitz einen der Gründe für die Entwicklung. Alleine darauf will er die Tendenz jedoch auch nicht zurückführen. Eine Sportart lebt in ihrer Popularität zu einem großen Teil auch von den Erfolgen seiner Aushängeschilder, und die deutsche Nationalmannschaft der Ballwerfer bekleckerte sich zuletzt wenig mit Ruhm. Vom Handballboom von 2007, als die Männer des Deutschen Handball-Bundes (DHB) im eigenen Land die Weltmeisterschaft gewannen, ist nicht viel übrig geblieben. „Der DHB hat diese Chance nicht genutzt, zu wenig getan und sich auf diesem Erfolg ausgeruht, und Stillstand ist bekanntermaßen Rückschritt“, sagt Schmitz. Sinkende Aktivenzahlen im Nachwuchsbereich seien die Konsequenz. Der Verbandschef aus Weibern sieht die Negativentwicklung noch nicht einmal am Ende, für die kommenden Jahre befürchtet er noch gravierendere Einschnitte: „Wenn ich die Jugendzahlen aus meinem Heimatverein TuS Weibern als Beispiel nehme, wird es in der nahen Zukunft alles andere als besser.“
Um entgegenzusteuern, will der Verband jetzt noch früher aktiv werden. „Wir müssen an die Schulen herantreten, und dafür sorgen, dass Handball in Arbeitsgemeinschaften und im Sportunterricht eine wichtigere Rolle spielt. Es kann nicht sein, dass sich der Unterricht immer nur auf ein paar wenige Sportarten konzentriert, und die Lehrer zu einem Großteil ihre Vorlieben einbringen.“ Darüber hinaus hat der Fußball durch den WM-Erfolg der DFB-Männer in Brasilien wieder vorgelegt und dürfte viele Nachwuchssportler für sich gewinnen. „Für den Fußball ist das natürlich toll, unsere Situation vereinfacht das aber nicht“, ergänzt Schmitz. Der Spielbereich Rhein/Westerwald stellt mit insgesamt 208 Mannschaften (73 Senioren- und 135 Jugendteams) unverändert den absoluten Löwenanteil im HVR-Verbandsgebiet. Allerdings ist hier der Rückgang der Meldungen auch am größten: Die Zahl der Nachwuchsmannschaften reduzierte sich von 159 auf 135. Und nach wie vor klafft die Schere zwischen männlich und weiblich enorm auseinander: 92 Jungen- stehen 43 Mädchenmannschaften gegenüber. Dieses Verhältnis hat auch im Seniorenbereich ungefähr Bestand – 50 auf der einen, 23 auf der anderen Seite. Im Bereich Nahe/Hunsrück nehmen 57 Teams (Senioren: 20, Jugend: 37) die Spielzeit 2014/2015 in Angriff. Das sind sieben weniger als vor einem Jahr. Die Region Eifel/Mosel ist mit 126 Meldungen (Senioren: 51, Jugend: 75) vertreten. Hier geht nur eine Mannschaft weniger als in der Vorsaison ins Rennen.
In der Spitze hat der HVR im Männerbereich mit dem HV Vallendar, dem TV Mülheim und dem TV Bitburg drei Oberligisten zu bieten. Besser sieht’s bei den Frauen aus, wo die Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern und die DJK/MJC Trier in der Bundesliga unterwegs sind und der HBC Bascharage, die HSG Wittlich, der TV Bassenheim sowie die HSG Hunsrück in der Oberliga spielen. In der Jugend schafften 17 Teams die Qualifikation zur Oberliga.










