Saison-Vorschau: HSG Bad Ems/Bannberscheid blickt nach oben

Mit verstärktem Kader setzt Trainer Hansi Schmidt höhere Ziele – Noch Fragezeichen bei den Neuen – Das erste große sportliche Ziel wurde mit dem Verbleib in der Rheinlandliga erreicht, die Zusammenarbeit läuft nach Aussage aller Beteiligten reibungslos. Kein Wunder also, dass die Handball-Spielgemeinschaft Bad Ems/Bannberscheid mit dem Heimspiel gegen den HSC Schweich zuversichtlich in die Punktspiel-Saison 2016/17 startet.

Kader auf 17 Spieler erweitert
„In der vergangenen Spielzeit haben wir den Klassenverbleib geschafft. Nun wollen wir unseren achten Platz verbessern, mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben und im Pokal das Final Four erreichen“, sagt Trainer Hansi Schmidt. Sein Optimismus basiert auf mehreren Gründen. Die Mannschaft hat sich in der Rückrunde der vergangenen Saison weiterentwickelt, der Kader wurde auf 17 Spieler erweitert. Die Vorbereitungsphase mit dem Spiel gegen den Deutschen Meister Rhein-Neckar-Löwen begann bereits am 7. Juni und wurde ohne Pause durchgezogen. In der ersten Phase wurde bei hervorragender Trainingsbeteiligung am Kraft- und Konditionsaufbau gearbeitet, seit dem 1. August richtete sich der Fokus immer mehr auf den spielerischen und taktischen Bereich.

Hansi Schmidt sieht keinen herausragenden Favoriten in der Rheinlandliga: „Die Bitburger waren überragend, sind aber als Meister aufgestiegen. Eine Leistungsdichte ist sicherlich da, ich erwarte TV Bassenheim, SG Gösenroth/Laufersweiler und TS Bendorf unter den Mannschaften, die vorne mitspielen werden. Aufsteiger Mertesdorf/ Ruwertal stellt eine eingespielte Mannschaft, die zudem mit Michael Stein aus Schweich und einem Spieler aus Bitburg verstärkt wurde.“ Verstärkt hat sich auch die HSG. Vom Ligakonkurrenten TV Welling kam der in Rheinbrohl wohnende Rückraumspieler Kai Orth. Mit ihm rechnet Hansi Schmidt aber erst in ein paar Wochen, nachdem sich Orth zu Beginn der Vorbereitung den Mittelfuß gebrochen hatte und derzeit an einer Rückkehr auf das Spielfeld arbeitet. „Er muss aber erst schmerzfrei werden und noch Rückstände aufholen“, gibt Schmidt dem Neuen Zeit. Verlassen hat die HSG dagegen Tim Cziesla, der in Zukunft das Trikot des in der Landesliga spielenden Lokalrivalen HSG Westerwald überstreift. Hinter den Einsätzen der beiden Kroaten Ivan Trebotic und Duje Maretic stehen noch Fragezeichen (siehe nachfolgenden Text). Aus der Reserve respektive der Jugend aufgerückt sind Nils Müller und Luca Liguori, der als Back-up für den angeschlagenen Stammkeeper Thorsten Schaust vorgesehen ist.

Apropos Jugend: Nachdem der TuS Bannberscheid vor Jahresfrist seinen ältesten männlichen Nachwuchs mangels Masse vom Spielbetrieb hatte abmelden müssen, musste vor wenigen Tagen auch der TV Bad Ems diesen bitteren Schritt gehen. Kurzfristige negative Auswirkungen auf den Seniorenbereich erwarten die Verantwortlichen jedoch nicht. „Wir haben eine junge Mannschaft, in der Matthias Baldus mit 27 Jahren der älteste Feldspieler ist. Von daher stehen wir nicht so unter Druck, als wenn ausgerechnet jetzt ein personeller Umbruch bevorstünde“, so Schmidt, der sich der uneingeschränkten Unterstützung der beiden Vereins-Urgesteine Herbert Mäncher (TuS Bannberscheid) und Klaus Ohnhäuser (TV Bad Ems) sowie den Umfeldern der beiden Klubs erfreut. Dies war auch ein wichtiger Baustein für den sportlichen Erfolg im Vorjahr. „Es hat keiner Politik gemacht.“ So blieb es an der Lahn und im Unterwesterwald auch dann ruhig, als es zu Beginn nicht rund lief.

Christian Klapthor neuer Assistent
Hansi Schmidt und sein neuer Co-Trainer Christian Klapthor, der Marcel Driesch ersetzt, hätten sich allerdings für die zweite Saison ein etwas leichteres Auftaktprogramm gewünscht. „Am ersten Spieltag gegen Vizemeister Schweich, danach in Mertesdorf und Bassenheim und dann gegen Bendorf – das habe ich mir so nicht ausgesucht“, räumt Schmidt ein. „Gegen Schweich haben wir nie gerne gespielt“, denkt Klaus Ohnhäuser vom TV Bad Ems ungern an die Zeit zurück, als die Kurstädter noch ohne Bannberscheider Hilfe auskommen mussten. „Aber in der vorigen Saison haben wir ja dann schon gegen sie gepunktet, und nun haben sie in Michael Stein und Matthias Hertz ihre beiden besten Torschützen verloren.“ Er baut auf die Geschlossenheit der eigenen Mannschaft und die Harmonie in der HSG: „Unser Team hat sich, nachdem es sich aneinander gewöhnt hatte, in der Rückrunde der vorigen Saison wie erwartet gesteigert. Das Verhältnis der Jungs untereinander ist sehr gut, da gibt es keine Querulanten und keine Eifersüchteleien.“

Herbert Mäncher, seit vielen Jahren die Antriebsfeder des TuS Bannberscheid, ergänzt: „Es gab in der Tat im ersten Jahr der Zusammenarbeit keinen einzigen Fall, in dem wir mal unterschiedlicher Meinung gewesen sind. Und wir haben nun eine gute Mannschaft, die sich in der Rheinlandliga behaupten wird.“ Gut behaupten sollen sich auch die zweite Mannschaft der HSG in der Verbandsliga und die in die Landesliga aufgestiegene dritte Garnitur. Nahm die HSG Bad Ems/Bannberscheid II in der vergangenen Saison in der Verbandsliga Ost noch allzu oft die Rolle eines Prügelknaben ein, so soll es nun unter der neuen sportlichen Leitung des erfahrenen Andras Klute besser laufen, obwohl die Klasse wohl stärker geworden ist. Das eigene Niveau wird unter anderem durch Michael Schmitz und Adrian Szary angehoben, die aus der ersten Mannschaft in die Reserve rücken. (WZ v. 10.09.16; Stefan Nink und Christoph Gerhards)

Ivan Trebotic kann spielen, bei Duje Maretic gibt’s mit Verbänden noch Probleme zu lösen.

Durch persönliche Kontakte ihres engagierten Vereinsmitglieds Peter Keil auf den Balkan kam die HSG Bad Ems/Bannberscheid auf die Spur der beiden jungen Kroaten Ivan Trebotic und Duje Maretic. Nach dem Testspiel gegen die Rhein-Neckar-Löwen reisten die beiden zurück in ihre Heimat, um noch einige persönliche Dinge zu klären. In der Zwischenzeit sind jedoch Probleme hinsichtlich der Erteilung der Spielgenehmigung aufgetreten. Es geht um den Status der Spieler bei ihrem vorangegangenen Klub NK Split und die daraus resultierende Zahlung einer „Ablösesumme“. „Ivan kann spielen. Duje hingegen hat noch keine Freigabe, weil irrtümlich angenommen wurde, er sei in Split Vertragsspieler gewesen, was die an die Verbände für die Freigabe zu zahlende Summe verzehnfacht“, erklärt Herbert Mäncher. „Das muss noch geklärt werden.“ Aber eins steht für den Macher des TuS Bannberscheid fest: „Wir haben auch ohne diese beiden eine gute Mannschaft zur Verfügung.“ (WZ v. 10.09.16; stn)