TV Bassenheim II – HSG Bad Ems/Bannberscheid III………..24 : 23 (12:12)

Es waren die letzten anderthalb Minuten einer schwachen, aber kuriosen Partie in der Handball-Landesliga zwischen der Dritten Welle der HSG Bad Ems/Bannberscheid und der Reserve des TV Bassenheim angebrochen, als der langen Liste der Eigentümlichkeiten noch ein weiterer Eintrag hinzugefügt wurde.

Beim Stand von 23:23 legte der MV der Hausherren nach Ballbesitz des TVB die grüne Karte auf den Tisch. Das Kampfgericht, das zuvor bereits hart mit der Suche nach den richtigen Knöpfen auf der Bedienung der Hallenuhr zu kämpfen hatte, schaffte es erst einige Sekunden später, das entsprechende Signal abzugeben. Die Uhr unterdessen wurde erst mitten in der Time-Out-Phase angehalten, sodass das Spiel nach der Auszeit, die auch laut Spielprotokoll um 58:50 genommen wurde, unglaubliche 25 Sekunden später, 59:15 zeigte die Hallenuhr bei Anpfiff, wieder aufgenommen wurde. Ein Umstand, den die Unparteiischen auch trotz der Proteste der HSG-Spieler nicht korrigierten, und der letztenendes dazu führte, dass der Bassenheimer Siegtreffer statt 30 Sekunden vor Ende nur 5 Sekunden vor dem Schluss fiel und der HSG so keine Chance mehr zum Ausgleich gegeben wurde.

„Das war schon kurios, und das habe ich in dieser Form auch noch nicht erlebt. Just als der Ball in unserem Tor war, habe ich dann die grüne Karte auf den Tisch gelegt, um uns zumindest noch eine Minimalchance bei eigenem Anwurf 5 Sekunden vor dem Ende zu ermöglichen. Diese Auszeit wurde jedoch erst eine Sekunde vor Schluss gegeben, denn der Zeitnehmer hatte in seinem Jubel über den Siegtreffer die Hupe nicht rechtzeitig betätigen können. Im Spielprotokoll taucht diese Auszeit nicht einmal auf. Natürlich ist es zu einfach, nach 60 Minuten schlechtem Handball die Schuld nur in den letzten Aktionen zu suchen, doch leider war es am Ende mit entscheidend, und das ist sehr ärgerlich“, kommentierte HSG-Coach Dario Lehmler die letzten Momente.

Zuvor wurde den Zuschauern nur wenig Ansehnliches geboten. Den besseren Start erwischten die Gäste, die nach drei Minuten bereits mit 3:0 in Front lagen. In der Folge wurde zu halbherzig abgeschlossen, der Bassenheimer Routinier Thomas Anheier entschärfte Wurf um Wurf, sodass die Gastgeber mit dem 9:9 (19.) den Ausgleich erzielten. Bis zur Halbzeit wurde das Spiel sehr zäh, mit einem 12:12-Pausenstand ging es in die Kabinen. Im zweiten Durchgang sollte für die HSG III nicht mehr viel zusammenlaufen. Zu ideenlos war das eigene Spiel, lediglich in den ersten zehn Minuten nach Wiederanpfiff wurde in der Abwehr richtig zugepackt und Matthias Berges im HSG-Tor zeigte wiedereinmal seine Klasse. Über 16:16 (39.) konnte sich weiter keine Mannschaft absetzen, auch die 17:16-Führung (40.) durch den wiederholt hart angegangenen Michael Hehl, der durch die Gastgeber nicht fair in den Griff zu kriegen war, brachte keine Sicherheit. „Bei keinem seiner fünf Treffer kam Michael frei zum Wurf, immer wurde ihm noch in den Arm gegriffen, leider unsanktioniert. Da hätte ich mir mehr Schutz für unseren Spielmacher gewünscht, der nun wiederholt sehr hart einstecken musste“, so Lehmler weiter. Kurios war auch die Anwendung des passiven Vorwarnzeichens durch die Schiedsrichter. Nach einem Ballverlust der HSG, dem ein Foulspiel vorangegangen war, ging ein HSG-Spieler während des Bassenheimer Gegenstoßes in die eigene Hälfte zurück, verzögerte damit die eigene schnelle Mitte um ein, zwei Sekunden. Die Folge war ein vollkommen unverständliches passives Vorwarnzeichen in einer wichtiges Phase knapp sieben Minuten vor dem Ende. Eine identische Situation: Nach Kai Wallroths Treffer per Gegenstoß zum 23:23 (58.) blieb der Spielertrainer der Gastgeber am HSG-Torraum stehen und diskutierte mit dem Schiedsrichter, sodass der Anwurf durch sein langsames Rückzugsverhalten ebenfalls verzögert wurde. Hier kam es allerdings zu keinem passiven Vorwarnzeichen, den letzten Angriff konnten die Hausherren normal spielen und an dessen Ende, dank einiger Kuriositäten, den Siegtreffer erzielen.

Dario Lehmler: „Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch, dass wir in den letzten Spielen nicht unsere Qualität auf den Platz gekriegt haben. Auch heute hatten wir den Sieg in eigener Hand, scheiterten aber zu häufig freistehend am starken Tormann des TV. Wie schon gegen Wissen war unsere schlechte Wurfausbeute entscheidend. Der Mannschaft kann man aber keinen Vorwurf machen. Dass wir ohne Training unsere Wurfquote sowie das gesamte Angriffsspiel nicht dauerhaft auf diesem wahnsinnig guten Niveau halten können, war abzusehen. Wir stehen gut da und gehen absolut zufrieden in die Winterpause, an deren Ende wir hoffentlich wieder mit mehr Alternativen aufwarten können.“ (dl/rh)

HSG Bad Ems/Bannberscheid III: Marco Krätz, Matthias Berges – Michael Hehl (5), Tom Bader (4), Elias Wohkittel (1), Lars Liguori (3), Alexander Hering, Christian Hehl (3), Nils Hemmerich (2) und Kai Wallroth (5/3). – Siebenmeter: 3/1 : 6/3 – Zeitstrafen: 2:2. Nächste Aufgabe der HSG III: am So., 20.01.19, 16.30 Uhr, in Wissen, gegen den SSV Wissen.