HSG III gewinnt Abstiegskrimi in Güls denkbar knapp – Großer Kampf wird in den letzten Minuten belohnt – In der Handball-Landesliga war die HSG Bad Ems/Bannberscheid III im Kellerduell beim Tabellenvorletzten TV Güls II zu Gast und gewann denkbar knapp mit 30:29 (17:16) Toren.
Da die Gastgeber zuletzt durch ein 24:24 beim Tabellenzweiten HSV Rhein-Nette II für Aufsehen sorgten, waren die Mannen vom diesmal selbst zwischen den Pfosten stehenden HSG-Trainer Kai Florschütz auf ein enges Spiel vorbereitet, was die ersten Minuten der Begegnung auch gleich bestätigten: Über 1:1 (2.), 2:2 (3.), 3:3 (6.) und 4:4 (8.) verlief die Partie sehr ausgeglichen. Der Abwehrverband der mit einer 5-1-Deckung ins Spiel gestarteten HSG wollte nicht so recht Zugriff auf den Rückraum der Gülser finden, auf der Gegenseite waren es besonders die sehenswerten Schlagwürfe von Routinier Christian Klapthor, die die Defensivabteilung der Gastgeber vor Probleme stellten. Der Rest der ersten Halbzeit verlief rein am Spielstand gemessen weiter ausgeglichen (7:6, 13.; 10:9, 18.; 15:14, 26.). Die Kombinierten von Lahn und Westerwald agierten in der Deckung teils pomadig, im Angriff hingegen wurden über die schnelle Mitte, sofern der Schiedsrichter diese zuließ, und Tempospiel zahlreiche Chancen kreiert. Dass die Dritte zur Halbzeit nicht höher führte als mit einem Treffer (17:16), lag neben der inkonsequenten Abwehrarbeit vor allem an enormem Wurfpech. Neben zahlreichen freien Würfen wurden allein drei Siebenmeter ans Aluminium gesetzt, sodass schon im ersten Durchgang 7 Pfosten- und Lattentreffer für die HSG zu Buche standen. Ärgerlich war desweiteren, dass Jannik Scheid drei Sekunden vor Ertönen der Pausensirene im Gegenstoß sehr unsanft von den Beinen geholt wurde und die Partie für ihn damit verletzungsbedingt schon frühzeitig gelaufen war.
Die zweite Hälfte sollte es dann nochmals in sich haben. Die Dritte erwischte zunächst den besseren Start und konnte meist einen Treffer vorlegen (19:18, 32.; 22:21, 40.). Beim Stand von 23:23 (48.) ging dann aber auf Seiten der Gäste etwas der Faden im Angriff verloren, denn die Gülser agierten nun mit einer Manndeckung gegen den starken Spielgestalter Tom Große-Heilmann, die sich zunächst bezahlt machen sollte. Überhastet abgeschlossene Angriffe ermöglichten den Hausherren die erstmalige Führung im zweiten Durchgang (24:23, 48.). Nun ging jedoch ein Ruck durch die HSG-Mannschaft, die Abwehr agierte erstmals in diesem Spiel mit der nötigen Aggressivität und fand endlich Zugriff auf den Rückraum der Gastgeber von der Mosel. Man merkte den Kombinierten an, dass sie dieses Spiel auf keinen Fall verlieren wollten, und so erkämpfte sich die Dritte durch das siebte Tor des treffsicheren Linkshänders Max Wolf erneut die Führung (27:26, 54.).
Diese konnte bis zum 29:28 (58.) auch gehalten werden, ehe die Gülser nach einer Auszeit per Siebenmeter erneut ausglichen (29:29, 59.). Nun waren nur noch ca. 30 Sekunden auf der Uhr, als sich Dario Lehmler im 1-gegen-1 durchsetzen und die erneute HSG-Führung erzielen konnte (30:29). Die HSG verteidigte jetzt ihren knappen Vorsprung leidenschaftlich, geriet 10 Sekunden vor Schluss noch einmal in Unterzahl, aber ließ sich den Erfolg nicht mehr nehmen.
„Das war heute ein Sieg des Willens. Wir haben in den ersten 45 Minuten in der Deckung oft zu nachlässig agiert, im Angriff stimmte die Einstellung hingegen, was uns immer im Spiel hielt. In der entscheidenden Phase hat jeder für den anderen gekämpft. Die sich nie aufgebenden Gülser fanden kein Mittel mehr gegen die jetzt starke Abwehr, das war am Ende ausschlaggebend für den knappen, aber verdienten Erfolg in diesem Krimi“, freute sich der sichtlich erleichterte Kai Florschütz über die starke Schlussphase seiner Mannschaft. „Der Sieg sollte uns erstmal Luft nach unten verschaffen.“ (dl/rh)
HSG Bad Ems/Bannberscheid III: Marco Krätz, Kai Florschütz – Timo Steigerwald, Daniel Gramig, Tom Bader (2), Alexander Hering (3), Christian Klapthor (6/1), Kai Wallroth (2), Dario Lehmler (3), Jannik Scheid, Tom Große-Heilmann (7/3) und Maximilian Wolf (7).










