TV Welling – HSG Bad Ems/Bannberscheid………24 : 17 (14:8)

Bad Ems/Bannberscheid leistet sich zu viele technische Fehler. WELLING. Zahlen lügen nicht. Wer in 60 aufreibenden Handball-Minuten lediglich 17 Mal ins Schwarze trifft, der kann – erst recht nicht gegen einen von der Körperkraft her deutlich überlegenen Kontrahenten – keine Ansprüche auf zwei Pluspunkte anmelden.

Das musste die HSG Bad Ems/Bannberscheid zum Auftakt der Runde in der Rheinlandliga beim heimstarken TV Welling erfahren. Zwar rissen die gastgebenden Maifelder in puncto Treffsicherheit an diesem Abend auch keine Bäume aus, doch 24 Tore reichten ihnen schon aus, um ein zerfahrenes Spiel ungefährdet zu den eigenen Gunsten zu entscheiden. „Gegenüber unserem starken Auftritt beim Pokalspiel in Irmenach war das heute um 180 Grad anders. Wir waren zu nervös und haben offenbar zu viel gewollt. Die meisten von uns sind unter ihrer Leistungsgrenze geblieben“, analysierte HSG-Keeper Thorsten Schaust unmittelbar nach der Schlusssirene das soeben Erlebte.

Fabian Hering erzielte in Welling einen Treffer für die mit Toren geizende HSG Bad Ems/ Bannberscheid.
Fabian Hering erzielte in Welling einen Treffer für die mit Toren geizende HSG Bad Ems/ Bannberscheid.

Das neu formierte Ensemble aus der Kurstadt und dem Westerwald-Dörfchen war zwar sehr bemüht, doch lediglich zwei Akteure der Kombinierten kamen ziemlich nahe an die besagte Leistungsgrenze heran: Torhüter Caspar Sorger und Felix Manns. Sorger glänzte mit zahlreichen Paraden und steckte sogar einen schmerzhaften Kopftreffer aus nächster Nähe weg. Manns war dagegen so ziemlich der Einzige, der die kompakte und selten zimperliche Wellinger Deckung nicht nur wegen seiner überragenden zehn Toren permanent in Atem hielt. „Die anderen waren nur bei etwa 70 Prozent, obwohl es uns nicht an Selbstvertrauen mangelte“, so HSG-Trainer Hansi Schmidt, der die Partie ähnlich bilanzierte wie Schaust.

Die Wellinger hatten mit ihrem Spielertrainer Kai Schäfer zudem eine Führungspersönlichkeit auf dem Feld, die gerade in kritischen Momenten genau das Richtige tut. Der frühere Zweitligaspieler des TV Mülheim führte Regie, setzte seine Nebenleute geschickt ein und netzte die Kugel ganz nebenbei auch noch sechsmal in die Maschen der Gäste ein. Zudem ließ sich der regelrecht warm geworfene Torwart Sebastian Monschauer nur selten düpieren. So blieb dem ernüchterten Hansi Schmidt am Ende nur ein Fazit: „Wir haben uns zu viele technische Fehler geleistet. Einige unserer Leute hatten offenbar zu viel eigenen Druck aufgebaut, was ich als Ursache für die vielen Fehler vermute. Unsere Ordnung stimmte nicht, und die taktische Disziplin ließ zu wünschen übrig. Das muss beim ersten Heimspiel gegen Bassenheim unbedingt besser werden.“

Zeitstrafen: 5:5; Siebenmeter: 6/4 : 5/3; Spielfilm: 0:1, 4:1, 10:4, 13:6, 14:8 – 18:10, 21:12, 23:14, 24:17; Zuschauer: 180. (RLZ v. 14.09.15; Stefan Nink)

HSG Bad Ems/Bannberscheid: Thosten Schaust, Caspar Sorger – Max Baldus, Frank Schaust, Johannes Berges, Martin Baldus (1), Sebastian Heinz (2/1), Tim Cziesla, Felix Manns (10/2), Christian Klapthor (1) Paul Junker (1), Mathias Baldus (1), Fabian Hering (1) und Sven Boinski.